PARTNER PFERD LEIPZIG 2012
Er macht`s nochmal – Christian Ahlmann gewinnt Sparkassen-Cup in Leipzig
Leipzig – Mit einem Besucherrekord und einem überglücklichen Gewinner im Sparkassen-Cup – Großer Preis von Leipzig, endete die 15. Auflage der PARTNER PFERD auf dem Leipziger Messegelände. In 40.60 Sekunden und ohne Fehler beendeten Christian Ahlmann aus Marl und sein Hengst Taloubet Z das Stechen der schweren Prüfung und brachten damit alle „aus dem Häuschen“. Auch Platz zwei und drei gingen an deutsche Reiter, an die junge Katrin Eckermann aus Münster mit ihrem Schimmel Carlson und an Marcus Ehning (Borken) mit der Stute Sabrina.
„Das Gefühl war vom allerfeinsten“, lachte der Sieger, der am 1. Mai 2011 in Leipzig auch das Rolex FEI World Cup Final Jumping mit dem Hengst gewonnen hatte und bereits 2007 den Sparkassen-Cup gewinnen konnte. Während die Prüfungserfolge an den drei Vortagen ausblieben, was dem Reiter zunächst wenig behagte, lief es am Sonntag rund. „Ich bin froh, dass Taloubet die lange Wettkampfpause so gut hinter sich gebracht hat“. Lohn der Präzisionsarbeit waren 37.500 Euro Preisgeld aus der Gesamtdotierung des Sparkassen-Cups (150.000 Euro) und eine nagelneue Rolex-Uhr. Die Frage, wer diese Uhr bekommt – der Reiter oder die Pferdebesitzer Leon Melchior und dessen Tochter, Ahlmanns Lebensgefährtin Judy Ann Melchior – beantwortete der Sieger ganz unumwunden: „Also das ist zuallererst mal meine Rolex…“
Sieger im Großen Preis von Leipzig: Christian Ahlmann Bild: Karl-Heinz Frieler
Komplimente von Ahlmann und Ehning gab es für die zweitplatzierte Katrin Eckermann: „Das war schon früh zu sehen, dass sie gut ist, aber das das so schnell geht, wäre jetzt auch nicht nötig gewesen. Das macht es uns ja nicht leichter“, witzelte Marcus Ehning, der mit seinem dritten Platz im Sparkassen-Cup vollauf zufrieden war. „Eigentlich sollte Nolte`s Küchengirl in der Prüfung gehen, heute Morgen hatte sie allerdings ein etwas verdicktes Bein, so dass ich mich entschieden habe, Sabrina zu reiten“.
Mit 61.800 Besuchern konnten Veranstalter Volker Wulff und der Geschäftsführer der Leipziger Messe, Martin Buhl-Wagner, eine neue Bestmarke für die PARTNER PFERD – abgesehen von den Weltcupfinals 2002 und 2011 – verkünden. „Der Kartenvorverkauf hat uns das zunächst nicht vermuten lassen“, so Volker Wulff, „aber wenn man bedenkt, dass die vier Finals hier in Leipzig noch kein Jahr her sind, dann darf man wohl vermuten, dass der eine oder andere Besucher sich erst wieder auf Januar umstellen musste“. Die Akzeptanz der Besucher, der sportliche Anspruch und die Tatsache, dass die PARTNER PFERD ein großes Fest mit Spaß und Unterhaltung ist, spielt für das Engagement der Sparkasse Leipzig und des Ostdeutschen Sparkassenverbandes eine entscheidende Rolle: „Wir sind hier am Ort und in der Region verankert, aber wir denken auch international“, so Dr. Harald Langenfeld, Vorsitzender des Vorstandes der Sparkasse Leipzig. Als Sponsor habe die Sparkasse zudem stets auch den Wirtschaftsfaktor, den eine solche Veranstaltung mit sich bringt im Blick.
„Heimspiel“ für Ijsbrand Chardon im FEI World Cup Driving
Erneut hat der Niederländer Ijsbrand Chardon die Weltcup-Qualifikation in Leipzig – die siebte und letzte Station vor dem Finale in Bordeaux – für sich entschieden. Die Punkte allerdings holte sich der Schwede Tomas Eriksson, denn als Wildcard-Inhaber kann Chardon keine Punkte sammeln. Während Chardon „Das Publikum und die Bedingungen hier in Leipzig sind einfach gut, es ist so schön hier“, die Chance nutzte vor dem Finale Prüfungsform zu konservieren, stellte Eriksson seine Finalteilnahme erst sicher: „Mir haben noch Punkte gefehlt und die habe ich hier in Leipzig gewonnen“. Platz drei ging an Christoph Sandmann aus Laehden, der in der Messestadt seine einzige Weltcup-Station absolvierte. Sandmann will noch die WM in Riesenbeck bestreiten und eine Weltcupsaison, dann gehen seine Pferde komplett in die Hände von Tochter Anna und Mitarbeiterin Carola Diener – beide bereits mit Championatsmedaillen dekoriert.
Georg von Stein (Modautal) und Rainer Duen (Thüle-Friesoythe) belegten Platz sechs und sieben, wollen jedoch das Thema Weltcup weiter verfolgen.
Wer live dabei war in Leipzig hatte gut lachen, genoss die prickelnde Atmosphäre und allerbesten Sport. Tatsächlich ist die PARTNER PFERD jedoch so begehrt, dass allein am Veranstaltungswochenende neben dem MDR Class Horse TV in Italien, Dubai TV, Equidia in Frankreich, RAI in Italien, SKY Mexiko und das schwedische Fernsehen SVT das Livesignal nutzten. Dazu meldeten Sender wie CNBC und Sender aus Brasilien, Neuseeland, Asien, Australien, Großbritannien, Frankreich und selbst aus Afrika Bedarf an Bildern für Zusammenfassungen an. Wer die PARTNER PFERD nochmal sehen möchte: Eurosport sendet am Mittwoch, dem 25. Januar, ab 22.05 Uhr die Rolex FEI World Cup Qualifikation Leipzig in der Wednesday Selection.
Ergebnisse PARTNER PFERD:
SML Trophy Finale 2011/2012 - Small , Springprüfung mit unmittelbarem Stechen, international
1.. Ellen Pieper ( Leisnig), La Madam, 0 SP/26.88 sec
2. Julia Kremser (Zangberg), Casanova, 0/29.02
3. Jule Lüneburg (Hetlingen), Raja R, 4/27.15
4. Thomas Sagel (Brakel), Christobal, 4/29.03
5. Sevil Sabanci (TUR), Carriere, 1 Strafpunkt 69.69
6. Pia-Luise Distel (Wächtersbach), Conterna W, 4/50.76
SML Trophy Finale 2011/2012 - Medium ,Springprüfung mit unmittelbarem Stechen, international
1. Pia-Luise Distel (Wächtersbach), Tinette, 0 SP/26.03 sec
2. Marco Illbruck (Berlin), Lolita, 0/27.92
3. Vanessa Granetzny (Pöhl), Coco Loco R, 0/29.15
4. Michael Leibold (Wismar ), Casino Royale, 0/34.38
5. Herbert Ulonska (Hamburg), Fantasio, 0/36.14
6. Dominik Jahn (Bitterfeld) 4/26.86
SML Trophy Finale 2011/2012 - Large ,Springprüfung mit unmittelbarem Stechen, international
1. Jule Lüneburg (Hetlingen), Alcassina, 0 SP/28.84 sec
2. Marco Illbruck (Berlin), Clooney, 0/29.25
3. Stefan Unterlandstättner (Berlin), Cardenio, 4/60.34
4. Flaminia Straumann (SUI), Tarpan, 4/63.34
5. Kira Gammersbach (Essen), Woman, 4/64.17
6.. Herbert Ulonska (Hamburg), Class de Luxe, 4/65.42
Edsor Youngster Cup , Finale , Springprüfung mit Stechen, international
1. Marcus Ehning ( Borken), Jewel's Exclusive Touch, 0 SP/34.53 sec
2. Felix Haßmann (Lienen), Cayles, 0/34.99
3. Alexandra Fricker (SUI), Albfuehren's Companion, 0/36.43
4. Philipp Weishaupt (Hörstel), Urmel, 0/36.50
5. Marco Kutscher (Hörstel), Caprice, 0/38.31
6. Thomas Voß (Schülp ), AB 19 Jilet, 0/39.27
FEI World Cup™ Driving , FEI Weltcup-Prüfung der Vierspänner , Zeithindernisfahren mit 2 Umläufen, international
1. Ijsbrand Chardon (NED), 232.61 sec (108.90)
2. Tomas Eriksson (SWE), 249.21 (118.27)
3. Christoph Sandmann ( Lähden), 255.05 (121.39)
4. Zoltán Lázár (HUN), 136.44 (131.44)
5. Theo Timmerman (NED), 137.18 (132.18)
6. Rainer Duen (Friesoythe), 143.62 (128.62)
Rolex FEI World Cup™ presented by Sparkasse , Sparkassen Cup - Großer Preis von Leipzig , FEI World Cup™ Wertungsprüfung , Springprüfung mit Stechen, international , Höhe: 1.55 m
1. Christian Ahlmann (Marl), Taloubet Z, 0 SP/40.60 sec
2. Katrin Eckermann (Kranenburg), Carlson, 0/40.77
3. Marcus Ehning (Borken), Sabrina, 0/40.86
4. Billy Twomey (IRL), Tinka's Serenade, 0/41.73
5. Henrik von Eckermann (SWE), Allerdings, 0/43.02
6. Sergio Alvarez Moya (ESP), Wisconsin, 4/42.13
(Quelle: comtainment - Gesellschaft für vitale Kommunikation mbH, Raisdorf)
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Weltcupsieger holt sich MASTERS LEAGUE Sieg in Frankfurt
(Frankfurt a.M.) Ein schnittiger neuer Subaru und Wogen von Applaus waren der Lohn der Mühe für Christian Ahlmann aus Marl. Die Mühe währte zunächst mal einen fehlerfreien Umlauf und dann 35,08 Sekunden lang. Kurzes Warten und dann war klar, dass der 38 Jahre alte Springreiter, der am 17. Dezember Geburtstag feiern konnte, den Großen Preis von Frankfurt, präsentiert von der Deutschen Vermögensberatung AG, mit Codex One gewonnen hat.
Siegerpaar im Großen Preis von Frankfurt: Christian Ahlmann und Codex One. Bild: Karl-Heinz Frieler
„Mein letztes Jahr war schon gut und das neue hat gut angefangen“, fasste der Sieger die persönliche Ahlmannsche Zeitrechnung zusammen. „Ich hätte nicht gedacht, dass Codex One beim dritten Turnier nach seiner Pause schon wieder so mitmachen kann“. Der neun Jahre alte Hannoveraner Contendro-Sohn gewann mit Ahlmann bereits die Goldene Peitsche beim Hardenberg-Burgturnier in Nörten-Hardenberg, musste im Sommer verletzungsbedingt pausieren und ist erst seit einigen Wochen wieder im Einsatz. Für Codex One wie auch für Taloubet Z ist die Weltcupsaison nun ein Thema, für die sich ihr Reiter als Titelverteidiger allerdings nicht regulär qualifizieren muss.
Hätte ihm im Januar jemand gesagt wie sein Sportjahr verlaufen würde „ich hätt es nicht geglaubt“, bekannte Jörg Oppermann aus Gückingen unumwunden. Der Youngster jumpte mit dem Holsteiner Hengst Che Guevara auf Rang zwei im MASTERS LEAGUE-Finale. Der 26 Jahre alte Reiter, der bei Markus Wenz seine Ausbildung absolviert hat, zeigte sich im März in Braunschweig in Top-Form, überzeugte in Nationenpreisen und in Hannover und München und landete nun in Frankfurts Festhalle erneut einen großen Wurf mit Che Guevara. Nach Frankfurt ist nun Pause angesagt und dann geht es im Februar nach Wellington/ Florida. Oppermann soll dann Teil einer jungen Nationenpreis-Equipe sein.
Die Dritte im Bunde war Titelverteidigerin Janne Friederike Meyer aus Schenefeld, die den mächtigen Holsteiner Schimmelwallach Holiday by Solitour gesattelt hatte. „Ich bin unheimlich stolz auf ihn, denn er ist ja nicht gerade ein typisches Hallenpferd, aber wie er das in den letzten zwei Tagen hier gemacht hat, hat mich wirklich gefreut“, schwärmte die Mannschafts-Europameisterin, die in buchstäblich letzter Sekunde am Samstagabend die Qualifikation zum Großen Preis sicher gestellt hatte. Schlüssiger Kommentar dazu: „Ich kann eigentlich ganz gut unter Druck reiten“.
Die junge Generation zelebrierte ihr Saisonfinale des European Youngster Cups – eine junge MASTERS LEAGUE – noch vor dem Großen Preis von Frankfurt und schon wieder gewann eine Reiterin – Stefanie Bistan aus Österreich holte sich mit Juvina den Sieg im Stechen des Lotto Hessen-Preis strafpunktfrei in 39,72 Sekunden. Die Gesamtwertung gewann eine junge Niederländerin – Stefanie Brugmann wurde Sechste im Lotto-Hessen-Preis, das genügte vollauf um die Gesamtwertung zu gewinnen. „Es ist toll, dass es den EY-Cup gibt, weil man nach der Junioren/ Junge Reiter-Zeit nicht gleich gegen die großen, alten Namen reiten muss“.
Die 19 Jahre junge Stefanie Bistan freute sich diebisch über den Coup und verkündete bereits, sie würde gern weiter EY-Cup reiten: „Ich kann ja noch fünf Jahre lang dabei sein“. Der zweitplatzierte Marcel Wolf aus Hamburg und Christine Dorenkamp aus Goch als Dritte sehen dagegen ihrer letzten EY-Cup-Saison entgegen – altersbedingt. Nur bis zum 25.Lebensjahr können die Nachwuchsreiter den European Youngster Cup reiten.
Mit rund 43.000 Besuchern erreichten die Veranstalter des Internationalen Frankfurter Festhallen-Reitturniers ihr Ziel. An den vier Tagen strömten Pferdesportfans jeglichen Alters in die Arena. Am Sonntag kamen allein rund 6000 und die bereiteten auch zwei besonderen Pferden einen herzlichen Abschied. Lars Niebergs inzwischen 17 Jahre alte Hannoveraner Stute Lucie wird künftig vom Sport auf Zucht „umschulen“ und ging in Frankfurt ihren letzten Großen Preis. Noch bevor der begann, sauste der 1994 geborene
KWPN-Wallach in eine letzte Ehrenrunde. Mario Stevens bietet seinem Top-Pferd nun einen komfortablen Ruhestand in seiner vertrauten Umgebung, in der der braune Wallach auch künftig alle Aufmerksamkeit genießen wird. Mit dem Wallach nahm bereits Rolf-Göran Bengtsson (Schweden) erfolgreich an den Olympischen Spielen in Athen und an den Europameisterschaften in San Patrignano teil und verkaufte das Pferd an Mario Stevens, der u.a. das MASTERS LEAGUE Finale 2009 mit Mac Kinley gewann.
Ergebnisüberblick
Internationalen Festhallen Reitturnier Frankfurt
Casino Wiesbaden – Preis, B-Finale MASTERS LEAGUE - Int. Zeit-Springprüfung
1. Emanuele Gaudiano (Italien), Dassino, 50.76 sec; 2. Tobias Meyer (Bonstetten), Aluta, 51.16; 3. Cassio Rivetti (Ukraine), Lazio, 53.65 (49.65); 4. Max Kühner (Starnberg), Lacapo, 54.59; 5. Bernd Herbert (Viernheim), Westorcan, 55.04 (51.04); 6. Ann-Kathrin Helmig (Lüdinghausen), Sisi, 55.14
LOTTO Hessen – Preis, EUROPEAN YOUNGSTER CUP (Young MASTERS LEAGUE)Gold Final, Int. Springprüfung mit Stechen
1. Stefanie Bistan (Österreich), Juvina, 0 SP/39.72 sec; 2. Marcel Wolf (Oensingen), Brustor Boy of Kannan, 0/40.35; 3. Christine Dorenkamp (Geldern), Tourbillon vd Zuidhoek, 0/40.86; 4. Marco Illbruck (Berlin), Clooney, 0/42.53; 5. Tobias Woltering (Ochtrup), Cortez EGE, 4/40.78; 6. Stephanie Brugman (Niederlande), Qwinto, 4/44.19
GROSSER PREIS VON HESSEN, präsentiert von der Deutschen Vermögensberatung AG, Finale der MASTERS LEAGUE, Int. Springprüfung mit Stechen
1. Christian Ahlmann Marl), Codex One, 0 SP/35.08 sec; 2. Jörg Oppermann (Gückingen), Che Guevara, 0/35.44; 3. Janne-Friederike Meyer (Schenefeld), Holiday by Solitour, 0/37.86; 4. Jose Larocca (Argentinien), Royal Power, 0/38.12; 5. Rene Tebbel (Emsbueren), Cooper, 0/38.13; 6. Luciana Diniz (Fürstenau), Lacontino, 0/38.83
EUROPEAN YOUNGSTER CUP (Young MASTERS LEAGUE) Silver Final, Int. Springprüfung (Fehler/Zeit)
1. Jason Smith (Pfungstadt ), Rival, 0 SP/49.73 sec; 2. Alexander Hinz (Diepholz), Can Fly, 0/51.98; 3. Robin Schmitz (Schweiz), Quassia Sitte, 0/53.35; 4. Daniel Oppermann (Hofgeismar), Chakichak, 0/55.14; 5. Josef-Jonas Sprehe (Cloppenburg), Tschaika, 0/55.49; 6. Michael Eichler (Zorneding), Riva Loona, 1 Strafpunkt 63.19
ESCON Spring Club - Mittlere Tour - B-Finale, Int. 2-Phasen-Springprüfung (beide Phasen mit Zeitwertung)
1. Anna-Bettina Jakob (Großostheim), NBE GROUP'S Arctos, 0 SP/25.05 sec; 2. Marie Lütgenau (Herdecke), Caressina, 0/25.77; 3. Pia-Katharina Beeking (Ahaus), Richy Rich, 0/25.80; 4. Jennifer Maubach (Horn- Bad Meinberg), Leadership, 0/30.23; 5. Mario Walter (Lippach), Waldfee, 4/26.29; 6. Jennifer Maubach (Horn- Bad Meinberg), Quidam's Lena, 4/30.44
FEI World Cup Dressage Final for Young Riders 2011 präsentiert von Schenker Deutschland AG
B-Finale, Int. Dressurprüfung - Kür
1. Simona Aeberhard (Schweiz), Active Private Dancer, 71.425 Punkte; 2. Isabelle Leibler (Amerika), Watson, 68.700 Punkte; 3. Riccardo Sanavio (Italien), Lullaby, 68.000 Punkte; 4. Wiktoria Siergiej (Polen), Up Date, 65.100 Punkte; 5. Lea-Elisabeth Pointinger (Österreich), CM's Gino, 65.025 Punkte; 6. Alexandra Alexopoulou (Griechenland), Marco Polo, 62.675 Punkte
Reem Acra FEI World Cup Dressage, Preis der Liselott-Schindling-Stiftung, Int. Dressurprüfung,
Aufgabe: Grand Prix Kür, Qualifikation MEGGLE Champions
1. Valentina Truppa (Italien), Eremo Del Castegno, 79.950 Prozent; 2. Monica Theodorescu (Sassenberg), Whisper, 78.200 Prozent; 3. Dorothee Schneider (Framersheim), Diva Royal, 77.025 Prozent; 4. Patrik Kittel (Schweden), Toy Story, 76.375 Prozent; 5. Hans Peter Minderhoud (Niederlande), IPS Tango, 75.825 Prozent; 6. Isabell Werth (Rheinberg), Don Johnson, 74.100 Prozent. (Quelle: ESCON-MARKETING GMBH, 49685 Emstek)
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STUTTGART GERMAN MASTERS 2011
Sieger im Großen Preis von Stuttgart 2011: Ludger Beerbaum. Bild: fh
2011-German-Master-Sieger: Pius Schwizer. Bild: fh
Tränenreiche Satchmo-Verabschiedung in der Stuttgarter Hanns-Martin-Schleyer-Halle. Bild: fh
Kür-Musik kommt aus Gültstein
Reitsportszene: Parcoursbauer Walter Holzapfel in Stuttgart nur auf der Tribüne
Es gab schon Jahre mit deutlich größerer Gäu-Beteiligung beim German Masters in der Stuttgarter Schleyerhalle. Seinen festen Platz hat Markus Hinzke aus Gültstein, der die Kür-Musik für viele Dressurreiter erstellt. Der Affstätter Walter Holzapfel durfte in diesem Jahr dagegen in Stuttgart nicht als Parcoursbauer eingreifen.
Kreis-Cracks gescheitert - Springreiter aus dem Gäu mischten diesmal im prestigeträchtigen Hallenchampionat nicht mit. Und auch drei angetretene Kreis-Cracks saßen eher frustriert dreinblickend während des Stechens der Dreisterne-S-Springprüfung, das am Donnerstagabend Rossen Raitchev aus dem südbadischen Aach gewann, bereits auf der Teilnehmertribüne: Oliver Mezger aus Aidlingen, der mit seiner kaum zu bändigenden Fuchsstute Gina Giuliana noch an 13. Stelle landete sowie die ebenfalls mit einem Springfehler im Normalumlauf belasteten aber aufgrund schlechterer Zeit abgeschlagenen Sven Schlüsselburg (Benzenbühl) auf Cashmere und Markus Kölz (Maichingen) auf Graf Gandalf. Pech im Stechen hatte Timo Beck (Kehl). Seine neunjährige Schimmelstute Cayenne verweigerte an einer Holzmauer: Platz zehn für das Mitglied des RC Aischbach Gültstein.
Brünz hofft auf 2012 - Ursprünglich wollte Timo Beck in Stuttgart im Hallenchampionat wie voriges Jahr ein Aischbach-Pferd satteln. Und zwar den ansonsten vom Gültsteiner Andreas Brünz gerittenen Franzosenhengst Millenium de Roy. "Mein Pferd kam aber nach einer Griffelbein-Operation erst am Dienstag aus der Klinik", berichtete Andreas Brünz. Ihm als Reiter reichte es wieder nicht ins Stuttgart-Finale. "Für nächstes Jahr", meinte ein zuversichtlicher Andreas Brünz, während er die Ritte am Rande des Schleyerhallenparcours mit Co-Bundestrainer Heinrich-Hermann Engemann (Bissendorf) verfolgte, "bin ich aber gut aufgestellt, Millenium wird wieder ganz gesund und ich rechne auch mit der Rückkehr von Spitzenpferd Lumos." Diese eher schwache Saison habe der 46-jährige Gültsteiner längst abgehakt. Nicht nur ein Jahr ohne das häufig notwendige Glück im Springparcours, sondern auch eine Saison mit viel Verletzungspech bei seinen Vierbeinern.
Holzapfel nur Ehrengast - Aufgrund einer Neustrukturierung stehen in diesem Jahr bei den Stuttgart German Masters erstmals drei der führenden Parcours-Chefs des Landes nicht mehr bei den Weltklasse-Springkursen in der Bahn. Darunter der zweite Vorsitzende und Sportwart des Reit- und Fahrvereins Herrenberg, Aufbauspezialist Walter Holzapfel aus Affstätt. "Ich bin immer gern in die Schleyerhalle gegangen", sagte Holzapfel, "für dieses Jahr wurde aber eben so entschieden, dass meine Kollegen Hans Dussler aus Balingen, Kurt Braunschweig aus Reichenau und ich nicht mehr dabei sind." Somit bleiben erstmals drei Landes-Parcours-Chefs in Stuttgart außen vor, die hierzulande seit Jahren dem Gutachter-Ausschuss angehören und damit beispielsweise für Lehrgänge und Ausbildung von Parcourschef-Anwärtern zuständig sind. Statt des zuletzt aus Italien angereisten Ulliano Vezziano trägt die Hauptverantwortung im Stuttgarter Hinderniswald noch bis zum morgigen Sonntag erstmals eine Baden-Württembergerin: Christa Jung aus Bad Friedrichshall, mit den Assistenten Karl-Georg Jung - ihr Ehemann - sowie Peter Schumacher.
Kürmusik aus Gültstein - Nicht nur am hochmodernen Musik-Mischpult, quasi direkt unter dem Dach der Schleyerhalle, sitzt in diesem Jahr der Gültsteiner Markus Hinzke. Der 45-Jährige ist seit Jahren auch gefragter Experte bei Dressurreitern. Bis hinauf in die internationale Klasse versteht sich. Immer dann, wenn es um die perfekte Musik-Kür geht. Im baden-württembergischen Dressurcup-Finale am Donnerstag mussten zehn Finalisten nach einer eigens mitgebrachten Musik ihre Pferde im Hallenviereck tanzen lassen. Dressurpaare aus dem Pferdesportkreis Böblingen waren hier diesmal nicht dabei. Fünf und somit die Hälfte aller Musikküren am Donnerstag hatte allerdings Markus Hinzke mit den entsprechenden Reitern produziert. Einen "indirekten Sieg" feierte der Gültsteiner aber trotzdem nicht. Hinter Dressur-Landessiegerin Nicole Casper (Donzdorf) schaffte es Sabina Schrödter mit Hilfe von Markus-Hinzke-Klängen auf den zweiten Platz. FRANK HÄUSLER
Quelle: GÄUBOTE, Herrenberg, 19.11.2011
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Unerlaubte Abkürzung bedeutet das Aus
Reitsport: Herrenbergerin Daniela Czech-Ruff muss kurz nach einem schweren Sturz in den Parcours
Anstelle von Michael Jung aus Horb-Altheim gewann Mannschaftsolympiasieger Frank Ostholt am Mittwochabend das Indoor-Derby in der Stuttgarter Schleyerhalle. Die Herrenbergerin Daniela Czech-Ruff schied unglücklich aus.
Von Frank Häusler
Insbesondere Vielseitigkeitsreiter wissen genau, welche Brisanz und Gefährlichkeit in ihrer Reitsportdisziplin stecken kann. Immer wieder passieren schlimme Stürze, trotz stets besser werdender Sicherheitsmaßnahmen. Kleinere Stürze und einige Blessuren bei Pferd und Reiter gehören auch in der Schleyerhalle im traditionellen Mittwochshauptereignis immer dazu. Doch am Mittwochabend gefror den Zuschauern das Blut in den Adern: Jürgen Allgöwer (Inzlingen/Kreis Lörrach) und seine noch unerfahrene achtjährige Schimmelstute Wellerin blieben am Absprung von Hindernis 14b in knapp zwei Metern Höhe hängen. Der etwa 550 Kilogramm schwere Vierbeiner machte einen Überschlag und begrub Jürgen Allgöwer komplett unter sich.
Ab dieser Sekunde war es auf den vollen Rängen gut fünf Minuten lang mucksmäuschenstill. Kein Kameraklicken mehr, keine Ansage, nur banges Flüstern. Dann die Erlösung. "Alles okay!", rief Jürgen Allgöwer auf einer gesicherten Rettungstrage der Sanitäter und reckte seinen rechten Arm in die Höhe. "Auf diese Aussage", sagte Hallensprecher Stefan Krawczyk erleichtert, "haben wir alle so gehofft." Allen voran Turnierdirektor Gotthilf Riexinger, der ehemalige Gärtringer hatte den Sturz aus wenigen Metern Entfernung selbst mit ansehen müssen und war schon drauf und dran, die Prüfung abzubrechen.
Ohne das Wissen, wie schlimm es um den Gesundheitszustand des schon als vierten Starters in der Bahn gegangenen "Buschreiters" bestellt war, wären die noch 24 an der Reihe gewesenen Reitsportler nur ungern an den Start geritten. Nur vier Paare nach dem schweren Sturz öffnete sich der dunkelblaue Hallenvorhang für die in Magstadt wohnende Daniela Czech-Ruff (RFV Herrenberg). Eine der treuesten Schleyerhallen-Reiterinnen überhaupt. "Wie oft ich hier schon geritten bin, weiß ich gar nicht, gefühlt um die zehn Jahre", verriet Czech-Ruff, in diesem Jahr immerhin Vierte bei der Vielseitigkeits-Landesmeisterschaft.
Sie hatte die Bilder des kurz zuvor passierten Sturzes nach eigenen Angaben schnell verdrängt. "Ich muss mich jetzt voll auf meinen eigenen Ritt mit Dillon konzentrieren", meinte sie kurz vor dem Start.
Das gelang ganz offensichtlich gut. Bis Sprung acht sah es auf dem zehn Jahre alten großgewachsenen Wallach, der nach seiner 2010-Premiere zum zweiten Mal in der Schleyerhalle lief, nach einem starken Auftritt aus. Dann folgte eine enge Wendung samt raffinierter Abkürzung über eine Wasser-Dekoration, die den laut applaudierenden Zuschauern offensichtlich gefallen hatte. Plötzlich aber wurde der Ritt abgeklingelt, die Reiterin unter entsetzten Pfiffen der Fans in Richtung Jury von den Richtern disqualifiziert. Zur Erläuterung für das pfeifende Publikum und die ebenso ahnungslose Daniela Czech-Ruff las Stefan Krawczyk den fettgedruckten Passus "Aus Sicherheitsgründen ist das Überreiten der blauen Wasserfläche nicht erlaubt" aus der ausgehängten Parcours-Skizze vor. Ohne den hohen Absprung von Unglückshindernis 14b bestreiten zu müssen, verließ die Reiterin enttäuscht auf Dillon im Schritt am langen Zügel die Bahn. "Ich wäre dieses Auf- und Absprunghindernis gerne gesprungen", meinte Czech-Ruff später auf der Teilnehmertribüne sitzend. Ähnliches sagten später auch die anderen Vielseitigkeitsreiter, darunter der überraschend auf der Contendro-Stute Chica (9) an elfter Stelle gelandete und am Ende zweitbeste Baden-Württemberger Sven Lux aus Böblingen.
Nach vier Siegen in Serie von Michael Jung waren kurz vor Mitternacht das strahlende Siegerpaar Frank Ostholt (Warendorf) und sein 16 Jahre alter Hannoveraner Air Jordan.
Den sechsten Sieg von Welt- und Europameister Michael Jung verhinderte auf Vincent lediglich ein Springfehler am zweiten Hindernis, einem von nur zwei abwerfbaren Sprüngen des 620 Meter langen Indoor-Derbys. Der Altheimer reihte sich hinter Ostholt und dem Prüfungszweiten Jan Büsch aus Bonn als Dritter im Schlussranking ein. Beinahe unvermeidbar sei nach Erkenntnis von Vielseitigkeitslandestrainer Fritz Pape der "Pech-Fehler" des Ausnahmereiters aus dem benachbarten Pferdesportkreis Nordschwarzwald gewesen. "Es hilft alles nichts", meinte der Sindlinger, "um siegen zu wollen, blieb dem Michi nichts anderes übrig, als volles Risiko zu gehen und ein dritter Platz in einem solchen Weltklassefeld ist doch auch nicht so schlecht."
BU: Daniela Czech-Ruff scheiterte an einem ärgerlichen Detail GB-Foto: Frieler
Quelle: GÄUBOTE, Herrenberg, 18.11.2011
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Nur Zeitfehler verhindern Lehmanns Platzierung
Reitsport: Aischbach-Juniorinnen Sophia Rau und Kathrin Schmidt haben Premieren-Pech in Stuttgart
Freudentränen und betrübte Gesichter von Nachwuchsspringreitern waren gestern bei den German Masters nah beieinander. In Stuttgart bei einem Weltklasseturnier starten zu dürfen, davon profitierten aber alle. Auch die drei gestarteten Gäu-Juniorinnen, die allesamt eine Platzierung verpassten.
Von Frank Häusler
Der früher in Stuttgart häufig international gestartete Gültsteiner Kurt Maier sprach gestern von einem "gut sortierten" Starterfeld. So seien qualitätsmäßig 15 der besten baden-württembergischen Junioren, die sich während der gesamten Saison für dieses Finale um den Burg-Pokal qualifiziert hatten, angetreten. Bevor es in der M-Stilspringprüfung im hell erleuchteten Parcours der Schleyerhalle richtig zur Sache ging, versuchte Kurt Maier den jungen Reitsportlern beim Abreiten in der Porsche-Arena die Aufregung zu nehmen. "Ruhig mal reinschnuppern", so der 60 Jahre alte, noch selbst bei Turnieren aktive Trainer, "wenn ihr ein Mal dabei seid, wird es im kommenden Jahr bestimmt leichter." Adressiert waren die Worte in erster Linie an seine zwei jungen Aischbach-Schülerinnen Sophia Rau und Kathrin Schmidt. Beide feierten wenige Minuten später Schleyerhallen-Premiere, mussten aber letztendlich etwas enttäuscht mit hinteren Plätzen im Ranking zufrieden sein.
Mit erst 14 Jahren jüngste Starterin des gesamten Feldes kam von vier Finalistinnen aus dem Pferdesportkreis Böblingen Sophia Rau (RC Aischbach Gültstein) als dritte Starterin in die Halle. Um die Pferde der Junioren nicht zu sehr in Aufregung zu versetzen, appellierte der Hallensprecher ans Publikum, erst zum Schluss kräftig zu applaudieren. Sophia Raus Holsteiner Armiro kennt allerdings große Hallen. Das 13-jährige Pferd kaufte Reiterfamilie Rau vor 13 Monaten bei der früher für Gült stein gerittenen Südtirolerin Melanie Gruber. Und Grubers Bruder ritt Armiro früher in großen Wettbewerben. Ins Stechen schaffte es das Paar gestern aber nicht. Nach Abzügen für Springfehler landete Rau im Ranking an 13. Stelle. "Ziel war es dieses Jahr dieses Finale zu erreichen, mehr nicht", meinte die Aischbach-Juniorin. Ihre Mutter Susanne Rau, einst selbst erfolgreich im Springreiten unterwegs, musste beim Ausritt aus der Schleyerhalle dennoch trösten.
Bis zum Schluss hat die in Ehningen wohnende Aischbach-Juniorin Kathrin Schmidt auf der Schimmelstute Quality Girl quasi das Pech verfolgt. Zwar kam die diesjährige Zweisterne-M-Siegerin bei ihrer Stuttgart-Premiere sicher ins Ziel, die vielen Fehler jedoch verhinderten eine Wertung. Für die Kurt-Maier-Schülerin Schmidt bedeutete das Platz 15 und somit Schlusslicht im Ranking.
Als beste Gäureitsportlerin landete unterdessen Vorjahres-Finalistin Michelle Lehmann (RV Waldenbuch) aus Gärtringen an achter Stelle. Um nur einen Rang rutschte sie damit auf ihrer acht Jahre alten Holsteinerstute an einer bis zum Schluss noch erhofften Platzierung vorbei. Ärgerlich, dass dies letztendlich nur von 0,2 Strafpunkten für Zeitüberschreitung verhindert wurde. Springfehler kassierte die 17-jährige Gärtringerin, die neuerdings von Manfred Ege (Balingen) trainiert wird und ihre Pferde bei Alexander Benz in Aidlingen stehen hat, nicht.
Kreisreiterin Hanna Bader (Böblingen/RV Waldenbuch) wurde derweil mit ihrem Dublin gestern hinter Sieger Florian Dolinschek (Winterlingen) starke Final-Zweite. Dass unter den 15 Finalisten gleich vier Talente des Pferdesportkreises Böblingen mitmischten, war für PSK-Chef Peter Bort keineswegs ein Zufall. "Bei uns im Kreis sind viele renommierte Ausbilder beheimatet", meinte der Sindelfinger.
BU: Großer Auftritt in der Stuttgarter Schleyerhalle: Sophia Rau auf Amiro GB-Foto: Frieler
Quelle: GÄUBOTE, Herrenberg, 17.11.2011
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Beste Sechsjährige der Welt
Reitsport: Michael Jungs Rocana gewinnt Weltmeisterschaft junger Geländepferde
Mit diesem Erfolg hatte der Altheimer Michael Jung kurz vor Prüfungsschluss gar nicht mehr gerechnet. Erst grobe Springfehler zweier in Führung gelegener Teilnehmer ermöglichten nämlich für die Stute Rocana den Sieg in Lion d’Angers (Frankreich). Und zwar bei der Weltmeisterschaft junger Geländepferde.
Von Frank Häusler
Freut sich über einen weiteren Weltmeistertitel: der Altheimer Michael Jung. Archiv: Kuball
Lion d’Angers (Frankreich). Zwölfeinhalb Monate nach dem Erfolg von Michael Jung (RSG Altheim) bei den Weltreiterspielen in Lexington (Kentucky, USA) hat sich der 29-jährige Reitsportler erneut einen Weltmeisterschaftstitel geschnappt. Anders als bei seinem 2010 glorreich gewonnenen WM-Einzeltitel in der Vielseitigkeit, damals sozusagen Jung und seinem Paradepferd La Biosthetique Sam gleichermaßen zuerkannt, gilt der jetzige WM-Sieg ausschließlich seinem Vierbeiner – also der vor sechs Jahren bei Pferdezüchter Mirko Glotz in Schönberg im Zwickauer Land (Zuchtgebiet Sachsen-Thüringen) zur Welt gekommenen dunkelbraunen Rocana.
Freilich wurde die Altheimer Stute, vor sieben Wochen unter Jung bereits in Warendorf Siegerin des nationalen Bundeschampionats, in Frankreich von Michael Jung geritten und vorgestellt. Trotzdem spricht man in Lion d’Angers, wo längst traditionell alljährlich diese Weltmeisterschaft ausgetragen wird, immer ausdrücklich von einer WM für junge Geländepferde.
Im September der Sieg beim Bundeschampionat, jetzt der Erfolg in Frankreich: Irgendwie müssen Michael Jungs Eltern Anfang des Jahres einen tollen Riecher gehabt haben. Denn Rocana kam zwar schon als Rohling vor Jahren nach Baden-Württemberg, aber zunächst in den Stall von Vielseitigkeitsreiterin Julia Schmid in Urspring. Dort erwarben Brigitte und Joachim Jung die vom Vollblüter Ituango und mutterseits von dem Hannoveraner Carismo abstammende Stute. Ein wahrer Glücksgriff. „Die Stute hat sich super entwickelt und toll auf den Turnieren präsentiert“, sagte Michael Jung schon im Sommer nach einigen Wochen im intensiven Altheimer Training und ersten Turnierauftritten.
Weit entfernt schienen da allerdings Gedanken gewesen zu sein, Rocana noch im selben Jahr derart erfolgreich bei der Nachwuchspferde-WM vorstellen zu können. Keineswegs aber ausgeschlossen, denn möglichst fest verankert ist dieses besondere Frankreich-Turnier im Turnierfahrplan des Michael Jung schon seit Jahren. Bereits sein heutiges Paradepferd, der elf Jahre alte Württemberger La Biosthetique Sam, galoppierte einst als sechs- und siebenjähriges Nachwuchspferd durch das Gelände von Lion d’Angers, konnte aber 2006 und 2007 „nur“ die Vizeweltmeisterschaft in seiner Altersklasse für sich verbuchen.
Rocana hingegen sprang am Wochenende auf Anhieb ganz an die Spitze des 42 Teilnehmer zählenden Feldes. Zu bewältigen hatten die sechsjährigen Geländepferde aus aller Welt eine dreitägige Einsterne-Langprüfung (CCI*). So mussten die Teilnehmer nach dem Dressurauftakt am zweiten Turniertag eine ihrem Alter entsprechend bereits sehr anspruchsvolle und meist knapp unter neun Minuten andauernde Geländestrecke absolvieren. Jung und Rocana beispielsweise kamen nach exakt 8:22 Minuten über die Ziellinie galoppiert. Ohne Hindernisfehler und deutlich innerhalb der erlaubten Zeit von 8:45 Minuten.
Welches Nachwuchsgeländepferd den WM-Titel erhält, diese Entscheidung fiel freilich erst im abschließenden Parcours-Springen am Finaltag. Als vorläufiger Gesamtdritter erhöhte Michael Jung mit Rocana als drittletzter Starter mit einer schnellen Nullfehlerrunde den Druck für die zwei noch vor ihm gelegenen Finalisten. Und prompt rissen die Nachwuchspferde sowohl von Virginie Caulier aus Belgien als auch vom führenden Australier Paul Tapner so viele Stangen zu Boden, dass sie sogar ganz aus den Medaillenrängen verschwanden.
Jungs Rocana hingegen führte genau im richtigen Moment als plötzlich beste Sechsjährige das Gesamtklassement an und erhielt WM-Gold. Das Vizeweltmeisterschaftspferd, die holländisch gezogene Aprobanta, stellte die Britin Rosalind Canter und WM-Dritter der sechsjährigen Geländepferde wurde der aus Italien angereiste Rubens delle Sementarecce von Emiliano Portale. Dahinter folgte auf dem vierten Platz als zweiter Deutscher der diesjährige Viersterne-Sieger von Luhmühlen, Andreas Dibowski auf seiner hannoversch gezogenen Nachwuchsstute Eskadia. Der WM-Titel der siebenjährigen Geländepferde ging derweil an das in Holland geborene und von der Britin Kitty King gerittene Pferd Zidante. Der Deutsche Andreas Brandt (Neuburg) erkämpfte mit seiner Hannoveranerstute Escada WM-Silber, Michael Jung landete in diesem Ranking der (68 Teilnehmer) mit dem Württemberger Halunke an 32. Stelle.
(Quelle: SÜDWEST PRESSE, 25.10.2011 / Autor: Frank Häusler)
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GERMAN CLASSICS
Jörg Oppermann gewinnt den Großen Preis in Hannover
(Hannover) Ein 26-Jähriger hat bei den German Classics in Hannover die Weltelite abgehängt: Jörg Oppermann hat den Solartechnik Stiens Grand Prix, die vorletzte Etappe der DKB-Riders Tour, gewonnen. „Das ist unglaublich, ich muss das erst mal verarbeiten“, war er selbst überrascht. Mit seinem Sieg in Hannover katapultierte sich Oppermann auf Platz sechs in der Zwischenwertung der DKB-Riders-Tour. Grund genug für den Sieger seinen Turnierplan zu überdenken. „Eigentlich standen die Munich Indoors nicht auf meinem Plan, aber das muss ich jetzt mal neu besprechen – auch mit dem Bundestrainer und Besitzer.“

Sieger im Großen Preis von Hannover: Jörg Oppermann. Bild: Karl-Heinz Frieler
Zweite in Hannover wurde die 35-jährige Katharina Offel. Im Sattel von der erst neunjährigen Stute Cathleen blieb sie, wie Oppermann, fehlerfrei im zweiten Umlauf, war aber mit 36,52 Sekunden einen Wimpernschlag langsamer. Oppermann hatte für den Parcours 36,28 Sekunden gebraucht. Offel und Oppermann waren auch die einzigen beiden Reiter, die den schwierigen Parcours von Parcourschef Frank Rothenberger in beiden Umläufen ohne Fehler absolvierten.
Florian Meyer zu Hartum hatte die Wertung lange angeführt. Mit der zehnjährigen Stute Heidegirl Wichenstein blieb auch er im zweiten Umlauf ohne Fehler. Seine Zeit: 37,89 Sekunden, am Ende Platz drei. Ab 1. November arbeitet Meyer zu Hartum für einen neuen Chef und zwar für Tourchef Paul Schockemöhle.
Ludger Beerbaum konnte bei der vorletzten Touretappe keine Punkte sammeln. Auf Gotha schied er mit zwei Abwürfen nach dem ersten Umlauf aus. Verfolgerin Katrin Eckermann verkürzte aber mit Platz elf in Hannover ihren Abstand von 19 auf 14 Punkte. Auch der Dritte des Zwischenrankings, der schnelle Brite Robert Whitaker, könnte sich mit einem Sieg in München noch punktgleich neben Ludger Beerbaum stellen. Bei der letzten Station der DKB-Riders Tour, bei den Munich Indoors vom 4. bis 6. November, ist also noch alles möglich.
Mit 82 Prozent Richtung Abschied: Satchmo
Mit 76,028 Prozent hat Satchmo unter Isabell Werth den Grand Prix in Hannover gewonnen, mit 82,333 Prozent die Kür. Der 17-jährige Doppel-Weltmeister von 2006 präsentierte sich in seiner Heimat, immerhin ist der Sao Paulo-Sohn ein Hannoveraner, in Super-Form. Isabell Werth liefen vor Freude die Tränen. Die Frage, ob sie sich angesichts dieser Spitzenleistungen den geplanten Abschied in Stuttgart noch einmal überlegen wolle, verneint sie lachend und mit einer Mischung aus Stolz und Wehmut: „Nein, nein, man soll ja bekanntlich aufhören, wenn es am schönsten ist.“
Ergebnisüberblick:
23 Pferdesportverband Hannover präsentiert: Wettkampf der Bezirksverbände, Mannschaftsdressurprüfung Kl. M* Kür
1. Hannover Nord
2. Hannover Süd
3. Braunschweig Nord
4. Lüneburg
5. Braunschweig Süd
Dentallabor Kröly Preis Grand Prix Kür, dotiert mit 4000,00 Euro
1. Isabell Werth (Rheinberg), Satchmo
2. Nina Hofmann (SWE), Leo af Magnushöj
3. Marion Engelen (Kerken- Aldekerk), Diego OLD
4. Bo Hostrup (DEN), Cajo
5. Johannes Augustin (Menslage), Norblin
6. Martin Christensen (DEN), Weissager
Solartechnik Stiens Grand Prix, DKB-Riders Tour -Wertungsprüfung 2011 Int. Springprüfung mit 2 Umläufen (1.55 m), dotiert mit 70000,00 Euro
1. Jörg Oppermann (Gückingen), Che Guevara, 0.00/36.28
2. Katharina Offel (UKR), Cathleen, 0.00/36.52
3. Florian Meyer zu Hartum (Herford), Heidegirl Wichenstein, 0.00/37.89
4. Björn Nagel (UKR), Quickdiamond, 0.00/38.52
5. Janne Friederike Meyer (Schenefeld), Holiday by Solitour, 0.00/38.53
6. Marcus Ehning (Borken), Sabrina, 4.00/36.11
Stand nach der sechsten DKB-Riders Tour Etappe in Hannover:
1. Ludger Beerbaum 52 Punkte;
2. Katrin Eckermann 38;
3. Robert Whitaker 32;
4. Torben Köhlbrandt 28;
5. Meredith Michaels-Beerbaum 28;
6. Jörg Oppermann 27;
Klingenberg Designklassiker Preis: FEI World Cup der Vierspänner Zeithindernisfahren für Vierspänner mit 2 Umläufen, dotiert mit 19504,00 Euro
1. Ysbrand Chardon (NED), 0430|0431|0433|0434 5..00/113.22
2. Koos de Ronde (NED), 0436|0438|0603|0440, 5.00/116.26
3. Tomas Eriksson (SWE), 0423|0424|0422|0426
4. Boyd Exell (AUS), 0548|0542|0541|0547
5. Jozsef Dobrovitz (HUN), 0493|0494|0496|0495
6. Rainer Duen (Friesoythe), 0409|0412|0404|0406
(Quelle: comtainment - Gesellschaft für vitale Kommunikation mbH, Raisdorf)
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CHI DONAUESCHINGEN
Ulla Salzgeber genießt Dressursieg – Johannes Ehning freut sich über neues Auto
Drei Jahre nach Marcus Ehning triumphiert sein Bruder im Großen Preis: Johannes Ehning auf Salvador. Bild: Karl-Heinz Frieler
(Donaueschingen) „Es ist natürlich auch ganz schön Ludger Beerbaum mal hinter sich zu lassen“… Ein ganz breites Lächeln zog sich über das Gesicht von Johannes Ehning (Borken) und der Zweitplatzierte grinste verständnisvoll. Der 28 Jahre alte Johannes Ehning hatte Minuten zuvor den Grossen Preis -S.D. Fürst Joachim zu Fürstenberg Gedächtnispreis mit dem 12 Jahre alten niederländischen Wallach Salvador V gewonnen, genau drei Jahre nachdem sein älterer Bruder Marcus in Donaueschingen triumphierte. Stolz „wie Bolle“ pilotierte Ehning danach das brandneue, feuerrote Auto über den Platz. Im Stechen traten insgesamt zwölf Reiterinnen und Reiter an, Ehning mußte gleich als zweiter Starter in die Schlussrunde und kam nach knappen 48,32 Sekunden ins Ziel. Eine Bestmarke, die nach ihm keiner mehr „knacken“ konnte.
Auf dem zweiten Rang dann Mannschafts-Europameister Ludger Beerbaum (Riesenbeck) mit dem niederländischen Hengst Chaman (0/49,08) und Dritter in der prestigeträchtigen Prüfung war Hans-Dieter Dreher mit Magnus Romeo. Der genoss den CHI Donaueschingen sichtlich, denn „es ist immer noch was Besonderes vor heimischem Publikum zu reiten, die Leute unterstützen einen ja auch“. Für Ludger Beerbaum war Rang zwei in Donaueschingen nicht im Mindesten ein Grund enttäuscht zu sein: „Ich glaub, man muss auch mal die Kirche im Dorf lassen. Wenn ich daran denke, was wir – Philipp, Marco, Henrik und ich – in den vergangenen sieben Wochen alles geschafft haben, können wir mehr als zufrieden sein. Wir werden auch in ein paar Jahren noch von diesen Wochen sprechen….“
Dicht gedrängt verfolgten die Zuschauer bei allerfeinstem Herbstwetter Sport pur, so wie auch schon in den Tagen zuvor. Das CHI erreichte eine neue Top-Marke. Turnierchef Dr. Kaspar Funke konnte vermelden, dass die Vorjahreszahlen übertroffen wurden. „Wir sind bei rund 44.000 Zuschauern. Nehmen wir noch den Festumzug vom Donnerstag dazu, dann liegen wir bei über 50.000 Besuchern“. Zur Attraktivität trug auch das internationale Polo-Turnier bei. S.D. Christian Erbprinz zu Fürstenberg sauste am Sonntag flugs zwischen Siegerehrung im Stadion und Einsatz auf dem Polofeld hin und her. Das Team Fürstenberg hatte sich ins Finale gespielt. Klar, dass man da auf keinen Spieler verzichten wollte. Bei den Mannschaften und ihren sagenhaft wendigen Polo-Ponys schauten viele Zuschauer vorbei, darunter auch Spring- und Dressurreiter und Fahrer. „Das freut uns natürlich auch. Polo trägt eindeutig zur Attraktivität der Gesamtveranstaltung bei“, unterstrich der Erbprinz und ist sich mit Dr. Kaspar Funke da völlig einig.
Das CDI im Rahmen des CHI Donaueschingen sah mit Ulla Salzgeber (Bad Wörishofen) und Herzrufs eine überglückliche Siegerin. Die Weltcup-Dritte und ihr rheinischer Wallach beendeten den Grand Prix Special, Meggle Preis, beim ersten internationalen Einsatz nach der freiwilligen Turnierpause mit 78,02 Prozent und setzten sich damit vor die dreimalige Olympiasiegerin Anky van Grunsven (Niederlande) und ihren 17 Jahre alten Salinero. Ein toller Coup gelang der 24 Jahre alten Kristina Sprehe (Dinklage), die mit dem Hengst Desperados Platz drei mit 75,00 Prozent belegte. Sprehe steuert jetzt das Finale des Piaff Förderpreises in Stuttgart im November an. Salzgeber und van Grunsven gaben vergnügt zu „planlos“ zu sein. Für Ulla Salzgeber, die sich sichtlich wohl in Donaueschingen fühlte, steht derzeit der Trainereinsatz für ihre Schülerin bei den Pan Am Games in Mexiko im Mittelpunkt, danach hofft die Reiterin auf den ein oder anderen Weltcupstart. Anky van Grunsven lässt Salinero „entscheiden“ wie viele Turniereinsätze es geben wird und hat zudem ein erst zehn Jahre altes Nachwuchspferd, mit dem die gemeinsame Turnierpremiere noch bevorsteht.
Der in der Schweiz lebende deutsche Dressurreiter Hendrik Lochthowe sicherte sich mit der acht Jahre alten Rubin-Royal-Tochter U.S. Latina den Sieg im Prix St. Georges Special und damit die Fahrkarte zum Finale des Nürnberger Burg-Pokals in Frankfurt im Dezember.
Während auf der einen Seite der Brigach fleißig Galoppwechsel gesprungen wurden, kam es auf dem Fahrplatz auf absolute Präzision und Tempo an. Mit dem Hindernisfahren endete der dreiteilige internationale Wettbewerb der Vierspänner. Georg von Stein (Modautal) behielt in seiner „Angstdisziplin“ die Nerven und gewann nach der Marathonfahrt am Samstag nun auch die Gesamtwertung des CAI für die Großpferde vor dem Schweizer Ex-Weltmeister Werner Ulrich. Und auch Dieter Höfs (Weil) konnte seinen souverän herausgefahrenen Vorsprung in der Pony-Konkurrenz sicher verteidigen und wurde Gesamtsieger. Nach dem CAI Donaueschingen, das mit sportlich allerfeinster Besetzung glänzte ist die internationale Outdoor-Saison abgeschlossen und damit auch die Qualifikation für die Vierspänner-Weltcupsaison.
Ergebnisübersicht CHI Donaueschingen
GROSSER PREIS - S.D. Fürst Joachim zu Fürstenberg-Gedächtnispreis mit der Gemeinschaftsprämie der Firmen Grimm Zuführtechnik GmbH & Co. KG, EGS Automatisierungstechnik GmbH, Yaskawa Europe GmbH Qualifikation zum MASTERS LEAGUE Finale Int. Springprüfung mit Stechen:
1. Johannes Ehning (ZRFV Borken e.V.), Salvador V, 0 SP/48.32 sec; 2. Ludger Beerbaum (RV Mannheim), Chaman, 0/49.08; 3. Hans-Dieter Dreher (RV Dreiländereck), Magnus Romeo, 0/49.71; 4. Lauren Hough (USA), Blue Angel, 0/50.07; 5. Jose Larocca (Argentinien), Royal Power, 0/50.76; 6. Julia Kayser (Österreich), Sterrehof's Valdato, 0/52.83
Preis der Sparkasse Schwarzwald-Baar European Youngster Cup (Young Masters League) Int. Springprüfung mit Stechen:
1. Emilie Stampfli (Schweiz), Nikita du Luot, 0 SP/41.35 sec; 2. Victor Bettendorf (Luxemburg ), Eucalyptus du Gibet, 4/40.43; 3. Lars Grafmüller (ZRFV Riesenbeck e.V.), Avion, 4/41.63; 3. Josef-Jonas Sprehe (RFG Falkenberg e.V.), Tschaika, 4/41.63; 5. Kaya Lüthi (Sportpferdezentrum Aach e.V.), Castana, 8/44.07; 6. Maximilian Schmid (RV Königsbrunn Fohlenhof e.V.), Cuckoo, 4/71.30
MEGGLE Preis Qualifikation um MEGGLE Champions Finale, Grand Prix Special:
1. Ulla Salzgeber (RTG Obere Mühle e.V.), Herzruf's Erbe, 1872.5 Punkte; 2. Anky van Grunsven (Niederlande), Salinero, 1871.0; 3. Kristina Sprehe (RUFG Falkenberg e.V.), Desperados, 1800.0; 4. Uta Gräf (RFV Weisenheim am Sand e.V.), Le Noir, 1726.5; 5. Susanne Lebek (RV Bissingen e.V.), Potomac, 1726.0; 6. Christoph Koschel (RSC Osnabrücker Land e.V.), Franziskus, 1709.5
Preis der Bad Dürrheimer Mineralbrunnen GmbH & Co.KG Heilbrunnen Dressurprüfung Kl. M für Junioren:
1. Annabel Ebner (RC Riedheim), Well-Done, 806.0 Punkte; 2. Tara Annabelle Plewa (RFV Rheinzabern e.V.), Rero, 794.0; 3. Anna Widmann (RV Balingen e.V.), Rubina, 753.0; 4. Vivien Niemann (RRV Walldorf), Sil Jander, 748.0; 5. Julia Ellwanger (RC Mosbach), Dela, 742.0; 6. Kim Kroh (RFV Oberzent/Beerfelden), Colletto, 731.0
ESCON Spring Club Large Tour Int. Zwei-Phasen-Springprüfung :
1. Jennifer Seidlitz (RFV Bad Saulgau e.V.), For You, 0 SP/37.02 sec; 2. Flaminia Straumann (Schweiz), Double O Seven II, 0/40.41; 3. Ann-Christin Klaas (Ländl.ZRFV Gronau e.V.), Vyacint, 0/42.19; 4. Jenni Dahlman (Finnland), Fundskerl, 0/50.03; 5. Mario Walter (RSG Ostalb), Quita de la Rosa, 4/32.21; 6. Ann-Christin Klaas (Ländl.ZRFV Gronau e.V.), Valentijn, 4/45.51
Preis der Biedermann Motech GmbH & Co. KG ESCON Spring Club Medium Tour Int. Zwei-Phasen-Springprüfung:
1. Ricarda Tippkötter (RFV Lobberich 1926 e.V.), Aronjo, 0 SP/39.92 sec; 2. Norbert Paul (RC Hofgut Albführen e.V), Rubens, 0/47.68; 3. Carl-Philipp Ritter (RSG Barbarossa Kaiserslautern), Casilias Z, 0/51.28; 4. Ralph Wiebelt (RSG Barbarossa Kaiserslautern), Gentleman, 4/42.92; 5. Luca Panerai (Italien), Varmisch, 4/43.31; 6. Arundell Davison (ZRFV Riesenbeck e.V.), Balou's Boy, 4/47.86
Nürnberger Burg-Pokal - Wertungsprüfung - Nat. Dressurprüfng Kl. S* - Prix St. Georges Special:
1. Hendrik Lochthowe (ZRFV Dorsten e.V.), U.S. Latina, 1430.0 Punkte; 2. Vivien Niemann (RRV Walldorf), Cipollini, 1409.0; 3. Uta Gräf (RFV Weisenheim am Sand e.V.), Dandelion, 1376.0; 4. Nicole Casper (LPSV Donzdorf Alb/Fils e.V.), Birkhofs Denario, 1368.0; 5. Victoria Michalke (RA München e.V.), Don Dayly, 1298.0; 6. Antje Häschke (RV Sirzenicher Hof e.V), Sanubi, 1295.0
Ricosta - Trophy - Jugendreiterprüfung - präsentiert vom Reiterjournal
1. Abteilung:1. Anna Lena Dold (RFV Schwenningen), Leslie Go, Wertnote 7.5; 2. Friederike Kohler (Reitverein Epfendorf), Caybell, 7.3; 3. Joy Klehr (RV Hechingen u.U.), Diablo, 7.0; 3. Vivien Merker (RFV Schwenningen), Casper, 7.0; 5. Pia Muschal (PSG Weiherhof), Marabu, 6.9; 6. Nicole Schoch (Reiterring Schwarzwald-Baar), Antarres, 6.5 (Quelle: ESCON-MARKETING GMBH, 49685 Emstek)
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Schlammlöcher geschickt umritten
Reitsport: Michael Jung wird Europameister
Angeführt von Weltmeister Michael Jung (RSG Altheim)hat Deutschland eine langjährige Durststrecke bei Vielseitigkeitseuropameisterschaften mit einem Heimspiel in der Lüneburger Heide beendet. Die gastgebende Nation gewann in Luhmühlen den Mannschaftstitel sowie den kompletten Medaillensatz im Einzel. Doppel-Gold ging nach Horb-Altheim im Schwarzwald.
Luhmühlen. Als Michael Jung, seit Ende vergangenen Monats 29 Jahre alt, gestern unmittelbar nach seinem
Triumphritt vor laufenden Fernsehkameras stand, da schien manch Beobachter zu glauben, er würde den
gestellten Fragen ausweichen. Auswendig gelernte Phrasen? Beides völlig falsch! Vielmehr sprudelten
aus dem Munde des frischgebackenen Doppel-Europameisters schlichtweg Lobeshymnen an die Adresse von
Paradepferd La Biosthetique Sam. Verdientermaßen. Wie zuletzt im vorigen Oktober bei den Weltreiterspielen in Lexington/Kentucky, zeigte der vor elf Jahren geborene Württemberger nun erneut bei einem internationalen Championat seine absolute Sahneseite. Gelände fehlerlos sowie innerhalb der erlaubten Zeit und auch im abschließenden Parcours-Springen ohne jegliche Strafpunkte ins Ziel gekommen. Was will man bei einer Europameisterschaft als Buschreiter mehr? „Eine Schrecksekunde erlebte ich nur am Anfang in der Dressur“, sagte Michael Jung später. Der Welt- und neue Doppeleuropameister seines Sports sprach ein unerlaubtes Angaloppieren von Sam an. Außer dieser Galopp-Schrecksekunde in einer eigentlich reinen Trabphase am (Dressur-)Freitag ging bis zum gestrigen Sonntag aber rein gar nichts mehr schief. Bei der nach der Dressur bis gestern Nachmittag noch in Führung gelegenen Teamkollegin Ingrid Klimke aber
schon. Schon am Samstag sorgten die Münsteranerin und der Altheimer für zwei Herzschlag-Ritte im
Gelände. Ein Kopf-an-Kopf-Rennen um Einzel-Gold, welches auf völlig durchnässter Sechs-Kilometer-Piste
jedoch nicht entschieden wurde. Dafür wichen Klimkes Abraxxas und auch Jungs Sam, dank den genialen
Ritten ihrer Lenker im Sattel, den tiefsten Schlammlöchern vor den Hindernissen zu geschickt aus.
„Zum Glück ist Sam so leichtfüßig und vertraut mir aus allen Lagen, nur so konnte ich an den Sprüngen Außenbahnen nehmen und als letzter von 69 Startern den tiefen Stellen ausweichen“, verdeutlichte der 29-
Jährige, der wie Klimke im Gelände fehlerfrei blieb. Die Tochter von Reiner Klimke, 1999 verstorbener Mehrfach-Dressurolympiasieger, behauptete ihre knappe Führung und die Entscheidung konnte jetzt nur noch
im Sonntagsspringen fallen. Dass, wie auch eingetreten, Frankreich Mannschaftssilber und Großbritannien
Bronze gewinnen würden, stand gestern vor den zwei letzten Ritten so gut wie fest. Für Deutschland-Gold mussten, dank zuvor gezeigter Nullrunde von Teammitglied Sandra Auffarth (Ganderkesee) auf Opgun Louvo,
Jung und Klimke nun nur noch irgendwie ins Ziel kommen. Ohne Fehler legten Jung und La Biosthetique
Sam klasse vor, lediglich am vierten Sprung klapperte es. Zwei Minuten später touchierte auch Klimkes Abraxxas denselben Sprung, einen breiten grün-gelben Oxer. Als die Stange jetzt jedoch zu Boden fiel war Jungs Einzel-Gold bereits sicher. Für erhofftes Mannschaftsgold aber folgten bange Sekunden, da das ursprünglich führende Paar an fünf (!) weiteren Hindernissen eine Stange riss.
Den Mannschaftstitel rettete Pechvogel Klimke, die in der Einzelwertung an elfter Stelle zurückfiel, trotzdem ins Ziel und wurde dort von ihren Teamkollegen Andreas Dibowski (am Samstag im Gelände gestürzt), Sandra Auffarth und Michael Jung schon erwartet. Europameisterschaftsdebütantin Sandra Auffarth erkämpfte in der Einzelwertung hinter Michael Jung den Vizetitel, Bronze schnappte sich der als Einzelreiter angetretene Frank Ostholt aus Warendorf. „Ein tolles Gefühl“, jubelte der im Luhmühlener Nachbardorf Putensen wohnende
Bundestrainer Hans Melzer. 38 Jahre lang sind die Deutschen nicht mehr Mannschaftseuropameister gewesen.
Melzer: „Dass wir so deutlich gewinnen würden, bevor ich das wirklich glaube, muss ich erst einmal eine Nacht darüber schlafen.“ fh
(Quelle: SÜDWEST PRESSE, 29.08.2011 Autor: Frank Häusler)
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Podolski pausiert und siegt
Reitsport: Diana Bülles aus Eschweiler gewinnt den Großen Preis in Heiligenbronn
Insgeheim atmeten Baden-Württembergs besten U-30-Springreiter am Samstag noch
tief durch. Das zum Heiligenbronner Turnierbeginn ungeschlagene Siegerpaar fehlte
nämlich auf der Starterliste. Gestern Nachmittag allerdings schlugen Diana Bülles und Podolski unerbittlich ein drittes Mal zu. Sie entführten auch den Großen Preis, ein schweres Zweisterne-S-Springen, erfolgreich ins Rheinland.
Heiligenbronn. Fünf Tage lang lieferten sich die Springreiter, vordergründig rasant und bereits sehr routiniert antretende U-30-Reitsportler, in Heiligenbronn spannende Wettkämpfe. Qualitativ erstklassige Starterfelder vor prächtiger Zuschauerkulisse. „Der Temperatursturz von Freitag auf Samstag hat das ein oder andere Paar sicherlich ein bisschen mitgenommen“, sagte Turnierleiterin Petra Schraml-Dussle gestern Nachmittag während des Großen Preises in ihrem ersten Resümee. Ansonsten ließ die Heiligenbronnerin nur Gutes vermelden und war zunächst heilfroh, dass sich wie die fallenden Temperaturen nun ihr Blutdruck ebenfalls
wieder normalisierte. Mit einem starken Vierfehlerritt auf Stak’s Stormy hatte just in diesem Moment nämlich ihre Tochter Yvette Dussle den Großen Preis-Ritt beendet. „Ich reite immer mit“, gesteht die vom Richterturm aus zuschauende und selbst springreitererfahrene Mutter. Mit dem Springfehler landete Yvette Dussle (RC
Heiligenbronn) gestern im Zweisterne-S-Springen an neunter Stelle, zwei Positionen dahinter die Ahldorferin Katja Volz auf Coco. „Unser Parcours-Chef Walter Holzapfel hat die Stangen für dieses Finale wieder richtig hochgehängt“, befand Petra Schraml-Dussle. Als Kritik, fügte sie hinzu, dürfe dies aber nicht zu verstehen sein. „Wir wollen unsere Heiligenbronner S-Springen ja schließlich nicht verschenken“, sagte die gebürtige
Ludwigshafenerin.
Lediglich zwei Paaren gelang im Normalumlauf des Großen Preises die ersehnte Nullfehlerrunde: Donners-tags-Zweisterne-M- und Freitags-S-Siegerin Diana Bülles aufPodolski sowie Elisabeth Meyer (Leingarten) auf Lassandro. Mit etwas Glück, da langsamer aber eben fehlerlos, setzte sich im Stechen Diana Bülles zum dritten Mal an diesem Wochenende an die Spitze des Feldes. Tags zuvor hatte die U-30-Reiterin aus Eschweiler ihren neun Jahre alten Podolski noch geschont. Offensichtlich ein cleveres Geheimrezept für das Turnierfinale. Mit vier Strafpunkten im Stechen wurde Elisabeth Meyer S-Zweite, der dritte Platz ging an den
Tübinger Alexander Kern der im Normalumlauf aufgrund von nur 0,25 Strafpunkten auf Decadence den Einzug ins Stechen verpasste. Julia Rode (RV Lahr), amtierende Landesmeisterin und Freundin von Baden-Württem- bergs springreitender Nummer eins Timo Beck, folgte als schnellste Vierfehlerreiterin des Großen Preis-Umlaufs an vierter Stelle. Ebenfalls mit Crocodile Dundee unter dem Sattel gewann Rode (27) dafür das
podolskilose Samstags-S-Springen. Vierter wurde der Freudenstädter Marc Poppel auf Goldika. Und Anke Kübler ritt aus Heiligenbronner Sicht am Samstag auf ihrer Schimmelstute Corrida mit Rang 14 das beste Resultat heraus. Verpasste aber mit einem Springfehler nur um eine Position die begehrten Geldränge in Klasse S.
(Quelle: SÜDWEST PRESSE, 29.08.2011 / Autor: Frank Häusler)
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CHIO AACHEN: EIN WELTPFERD SIEGT UND SAGT VIER TAGE SPÄTER LEISE SERVUS

Meredith Michaels-Beerbaum gewinnt mit Shutterfly den Warsteiner Preis – Preis von Europa Bild: Hubertus Struchholz
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Vierbeiniger Unglücksrabe
Reitsport: Nach Leopins misslungener Viersterne-Premiere trotzdem nominiert
Als amtierender Vielseitigkeitsweltmeister hätte Michael Jung die Heimreise aus Luhmühlen liebend gern mit einer DM-Medaille sowie einer Viersterne-Platzierung angetreten. Beides Fehlanzeige (wir berichteten). Klar, dass der Altheimer trotzdem Deutschlands größtes Vielseitigkeitsturnier unbedingt mit guten Gefühlen verlassen wollte. Ende August geht’s nämlich erneut dorthin.
FRANK HÄUSLER
Luhmühlen. Mit rot-weißen Bändern war im Prinzip Luhmühlens gesamter Dorfkern abgesperrt worden. Die einzige Straße mitten durch das kleine Heidedorf führte unweigerlich nur in eine Richtung - direkt zum riesigen Turniergelände am Ortsrand. Wenn man den Schildern am Ende des Dorfs Glauben schenken durfte, führte der Weg zur „Krone der Reiterei“. Überall auf der Anlage kündigten derweil Plakate bereits das vom 25. bis 28. August stattfindende Großereignis an. Dann werden die meisten der jetzt in einer Luhmühlener Drei- und Viersterneprüfung an den Start gegangenen Vielseitigkeitsreiter in dem idyllischen Heidedorf für eine Europameisterschaft zu Gast sein. Allen voran dann wohl mit Deutschlands neuem Traumpaar. Auf vielen Plakaten in Luhmühlen dem Betrachter quasi exklusiv entgegenspringend: Michael Jung und sein WM-Siegerpferd La Biosthetique Sam. Außer dieser zahlreich kopierten und so auch im Luhmühlener Programmheft abgelichteten Plakat-Abbildung bekamen die norddeutschen Schlachtenbummler von dem in Kentucky letzten Oktober siegreichen Weltmeisterschaftspaar aber nichts zu sehen.

Michael Jung wird auf River of Joy DM-Sechster. Bild: fh
Statt La Biosthetique Sam sattelte der Weltmeister nämlich mit Leopin und Weidezaunprofi`s River of Joy zwei andere Pferde, die derweil ebenfalls längst zu Michael Jungs Spitzenvierbeinern im Gelände zählen.
Für den Veranstalter bitter, für manch Zuschauer enttäuschend. Alle wollten den Ausnahmereiter aus Altheim unbedingt auf Sam galoppieren sehen. Doch der jüngste Fahrplan für die Nummer eins im Stall Jung sieht erst wieder im Juli in Aachen beim CHIO-Turnier einen Start vor. Für Deutschlands einzige Viersterne-Prüfung (CCI****), die in dieser Klasse so weltweit nur an fünf anderen Orten vorzufinden ist, sattelte Michael Jung erstmals Leopin. Nach der Dressur rangierte das Duo noch an aussichtsreicher neunter Stelle. Und unmittelbar vor dem wichtigsten Auftritt, dem ungefähr zehneinhalb-minütigen Geländeritt, waren sowohl der Reiter als auch seine Helfer auf dem Vorbereitungsplatz noch guter Dinge. Warum sein Sohn keine Gerte in der Hand habe, wollte Joachim Jung etwa wissen. „Ich bin Leopin das ganze Jahr ohne Gerte geritten, der wird mir sonst zu stark“, antwortete der Weltmeister. „Steck dir wenigstens eine in den Stiefel“, kam die prompte Antwort des Vaters und Trainers. Von der Freudenstädterin Anke Hoyer, sie ist Leopins Besitzerin, nahm Michael Jung schließlich doch die Gerte in Empfang. Sekunden später war Leopin bereits unterwegs, auf seiner allerersten Viersterne-Geländestrecke.

Blickte in Luhmühlen am Wochenende eher skeptisch drein: Michael Jung. Bild: fh
Da ahnte noch niemand, dass auch die erstmals mitgeführte Gerte den unsanften Ausrutscher im zwölften von insgesamt 29 Hinderniskomplexen nicht verhindern konnte. Nach kräftigen Regengüssen während des Wettbewerbs rutschte Leopin an einem Wall so unglücklich weg und kam beinahe zu Fall, zwei Verweigerungen standen in dem Hinderniskomplex später zu Buche. Zwei Hindernisse übersprang Michael Jung, dann gab er zur Schonung des Vierbeiners auf. Die Hauptklippen des Kurses, beispielsweise zwei spektakuläre Teich-Hindernisse, wären noch gekommen. Nun schienen die Luhmühlener Zuschauer, die von Jungs Aufgabe via Lautsprecheransage erfuhren, noch mehr enttäuscht zu sein. Nicht nur das Weltmeisterschaftspferd, sondern auch den Weltmeisterreiter bekamen sie nun an den wahren Klippen des Turnierhöhepunktes nicht mehr zu sehen. Glücklich schienen im Publikum derweil nur die gewesen zu sein, die entweder am Streckenanfang des Viersternekurses standen. Oder schon am Vormittag die etwas leichtere Dreisternevielseitigkeit im Gelände verfolgt hatten. Ohne Hindernisfehler und lediglich mit einigen Zeitstrafpunkten galoppierte hier Michael Jung auf seinem zuletzt in Wiesbaden siegreichen Weidezaunprofi`s River of Joy freudestrahlend ins Ziel. Nach Dressur, Gelände und dem abschließenden Parcours-Springen sprang in der Deutschen Meisterschaft, die im Rahmen der Prüfung durchgeführt wurde, Platz sechs für das einzige aus Baden-Württemberg angetretene Paar heraus. Was aber stellte Michael Jung unmittelbar nach seinem Verzicht auf einen Weiterritt mit Leopin an? Für die Fernsehkameras entschwand er zunächst in einem Waldstück und ritt Quer-Feld-Ein in Richtung Start und Ziel. Als erster vom Team Jung kam Vater Joachim zu ihm geeilt. Schnelles Fachgespräch zweier Vielseitigkeitsexperten über den Ausrutscher und den Abbruch des Rittes. „Gut, dass du aufgehört hast“, sagte Joachim Jung. In dem Augenblick klingelte sein Handy, dran war Bundestrainer Hans Melzer. Auch er befürwortete den Ausstieg aus dem Wettbewerb. Viel Zeit seinen verständlichen Frust zu verarbeiten, blieb Michael Jung aber auch nach dem vom Bundestrainer via Handy übermittelten Schulterklopfer nicht. Im Ziel-Bereich warteten bereits die NDR-Kameras auf den Altheimer.
Routiniert beantwortete der 28-Jährige brav die Fragen und konnte so auch dem mithörenden Luhmühlener Publikum verständlich machen, warum er Leopin die großen Klippen des Kurses ersparte. „So ein Ausrutscher ist bei solch einer schweren Prüfung immer mal drin“, meinte Vereinskollegin und Leopin-Besitzerin Anke Hoyer. Die größte Aufmunterung für Michael Jung kam dann aber tags drauf vom Deutschen Olympiade Komitee für Reiterei (DOKR), am Sonntagabend veröffentlichte deren Ausschuss Vielseitigkeit die Longlist der vorläufigen EM-Nominierten. Nicht nur Michael Jungs WM-Siegerpferd La Biosthetique Sam erhielt wie insgeheim erwartet die Europameisterschaftsnominierung, sondern auch der vierbeinige Unglücksrabe Leopin. Wenn das kein Vertrauensbeweis des Bundestrainers ist.
Quelle: Südwest Presse Neckar-Chronik, Horb 21.06.2011
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Reiter erklären Startbereitschaft online
Deutschland-Premiere in Nordheim: FN-Veranstaltungsmanager Bernd Müller bietet am Pfingstwochenende einen neuen Online-Service an
Zehn oder noch mehr Anrufversuche, nur um am Turniertag seine Startbereitschaft zu erklären. Oder stressig in der Schlange an der Meldestelle stehen. Diese Szenarien dürften unter Reitsportlern bald der Vergangenheit angehören. An diesem Wochenende ist es nämlich in Nordheim (Kreis Heilbronn) anlässlich des Pfingstklassikers soweit: FN-Veranstaltungsmanager Bernd Müller ermöglicht erstmals online die Startbereitschaft zu erklären.

Führt Pfingsten bundesweit einzigartiges Online-"Abhaken" bei Reitturnieren ein: Bernd Müller. Archiv-Bild: fh
„Beim Nordheimer Pfingstturnier“, kündigt Bernd Müller mit etwas Stolz in der Stimme an, „beginnt in Sachen Turnierorganisation für die Pferdesportler die Zukunft.“ Das habe bis dato bundesweit noch kein anderes Reitturnier seinen Teilnehmern so angeboten. Bequem von zuhause oder von unterwegs mit dem onlinefähigen Smartphone könne nun einfach der genannte Vierbeiner für die Prüfung beim Turnier „abgehakt“ werden. Der 46 Jahre alte FN-Veranstaltungsmanager, der sich übrigens auch selbst noch vereinzelt bei Turnieren in den Springsattel setzt, hält seine Begeisterung nur schwer im Zaum. Kein Wunder. Denn Nennungen online an die Veranstalter zu senden gilt zwischenzeitlich längst zum Standard und trotzdem mussten die Reiter vor ihren Starts zum Telefon greifen oder bei der Meldestelle anstehen, nur um dort die Startbereitschaft zu erklären.
Bernd Müller und sein Geschäftspartner Benjamin Bach bieten nun im baden-württembergischen Nordheim über die Internetseite www.turnierelive.de erstmals den brandneuen Service an. „Die Reiter benötigen nur ihre FN-NeOn-Nummer und das Geburtsdatum, per E-Mail erhält der Teilnehmer dann umgehend die Bestätigung, dass korrekt gemeldet wurde“, erläutert Müller. Als zukunftsorientiertes Turnier, so der gebürtige Schwabe, erscheint den Reitern in Nordheim auf einer großen digitalen Anzeigetafel am Abreiteplatz nicht nur die Startreihenfolge. Sondern ab sofort auch die Ergebnisse, inklusive dem ständig aktualisierenden Live-Ranking. Darüber hinaus bietet dies den Turnierveranstaltern die Möglichkeit zusätzlich Sponsoren-Logos zu platzieren. Für Bernd Müller irgendwie schon selbstverständlich, braucht sich künftig die altehrwürdige Startertafel ebenfalls nicht mehr vor dem Internet verstecken. Die Schalte vom Turnierplatz direkt ins Netz erfolgt mittels Live-Stream und kann von der weltweiten Online-Gemeinde unter Bernd Müllers Internetseite www.fn-veranstaltungsmanager.de aufgerufen werden. FRANK HÄUSLER
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Großer Preis von Braunschweig: Marco Kutscher siegt auf Hans Günter Winkler-Pferd Allerdings vor Marcus Ehning mit Sabrina
Der Große Preis von Volkswagen sah einen überglücklichen Gewinner: Marco Kutscher (Riesenbeck) hat sich mit dem westfälischen Wallach Allerdings den Sieg im Hauptereignis der 10. Löwen Classics in Braunschweig gesichert. Noch nie zuvor konnte ein Reiter beide prestigeträchtige Prüfungen in der Volkswagen Halle gewinnen – Veolia Championat und den Großen Preis von Volkswagen. Sichtlich stolz war der Eigentümer des siegenden Pferdes – Hans Günter Winkler.
Siegerpaar im Großen Preis der Braunschweig Löwen Classics: Marco Kutscher auf Allerdings. Bild: Karl-Heinz Frieler
„Ich habe an dieses Pferd geglaubt. Wir haben ihn auf einem ländlichen Turnier entdeckt, ihn ausgebildet und dann Marco gegeben“, fasste Winkler den Triumph zusammen. Die Freude darüber, dass der Arpeggio-Sohn am Braunschweig-Wochenende all seine Qualitäten so überlegen zeigen konnte, war dem angehenden Pferdewirtschaftsmeister deutlich anzumerken. Der wird zwar nun nach Qatar zum Internationalen Turnier in Doha fliegen, muss allerdings zwischendurch auch die Schulbank drücken und für die Meisterprüfung lernen. Die Frage, was schwerer sei – den Großen Preis von Volkswagen zu gewinnen oder zur Prüfung zu müssen – beantwortete der gebürtige Ostfriese kurz und trocken: „Vor der Prüfung hab` ich mehr Bammel.“ Hinter Kutscher reihten sich mit glänzenden Runden Weltcupsieger Marcus Ehning (Borken) auf der Sandro Boy-Tochter Sabrina und der Olympiazweite Rolf-Göran Bengtsson (Schweden) mit dem Holsteiner Hengst Quintero La Silla ein. Und beide bekundeten rundum zufrieden mit ihren Pferden zu sein.
Abschließende Pressekonferenz der Braunschweig Löwen Classics. Bild: fh
Das mag dem einen oder anderen Mitbewerber anders gegangen sein, denn der Große Preis von Volkswagen erwies sich als echte Herausforderung. „Wir haben zwar zehn im Stechen gehabt, aber es haben auch 13 Reiter aufgegeben und gerade nur die Hälfte der Teilnehmer ist mit Null oder vier Fehlern raus gegangen,“ merkte Ehning an. Andererseits erreichte auch der erst 25 Jahre alte und international noch wenig erfahrene Jörg Oppermann (Gückingen) mit Che Guevara das Stechen der mit 50.000 Euro dotierten Prüfung. Am Vortag bereits war der junge Mann mit Rang drei im Veolia Championat aufgefallen.
Löwen Classics Award für Hans Heinrich Isenbart
Für ihn standen alle auf: Hans Heinrich Isenbart, über Jahrzehnte hinweg die Stimme der Pferde in der ARD und danach auch bei den großen internationalen Events, hat den Löwen Classics Award erhalten. Der Grandseigneur der Sprecherzunft ist beliebt wie eh und je und wurde mit Standing Ovations in die Volkswagen Halle hinein und auch wieder hinaus geleitet. Selbstredend gefahren mit Pferd und Wagen und begleitet von der Polizeireiterstaffel Braunschweig, bei der sich Isenbart ausführlich bedankte. Den Löwen Classics Award erhalten Persönlichkeiten, die sich um das Turnier verdient gemacht haben und Isenbart gehört zu jenen, die das feine Sportereignis in Braunschweig „mit aus der Taufe gehoben“ haben.
Gute Bilanz zum 10-Jährigen
Ohne einen Rekordetat zu produzieren, aber mit einer Rekordzuschauerzahl, endete die 10. Auflage der Löwen Classics 2011. Axel Milkau und Hans Günter Winkler konnten die 33.000-Besucher-Marke knacken, neigen gleichwohl nicht dazu, sich „zurück zu lehnen“, denn umsichtige Planung zählt zu den Hausaufgaben der beiden Turnierlenker, auch wenn die wirtschaftlichen Partner des internationalen Turniers in der Volkswagen Halle ihre Zufriedenheit bereits zum Ausdruck gebracht haben. „Wir werden wieder Rücklagen bilden, denn es kann immer eine Situation eintreten so wie im vergangenen Jahr, auf die wir reagieren müssen“, stellte Milkau unumwunden fest. An der konservativen Linie, den Sport in den Mittelpunkt zu stellen, wollen beide festhalten und alles spricht dafür, dass das ankommt beim Publikum. „Die Menschen bleiben genauso beim HGW-Bundesnachwuchschampionat, also bei einer Jugendprüfung in der Halle wie bei großen internationalen Prüfungen“, unterstrich Hans Günter Winkler.
Auf dem Prüfstand steht die Dressur. „Es hat dazu auch Gespräche mit den Bundestrainern gegeben und die Botschaft ist angekommen“, sagt Milkau, „die Dressurszene will den Standort ja durchaus halten.“ Der Turnierleiter hat wie viele andere Veranstalter die Erfahrung gemacht, dass sich nicht in jedem Jahr ein gleichmäßig hochklassiges Teilnehmerfeld realisieren lässt.
Trotz vieler Neuerungen – weniger Plakatierung, dafür den Eyecatcher – die zehn Kunstpferde vor der Volkswagen Halle – ein zusätzliches Abreitezelt am Stall und dafür einen größeren Treffpunkt im Abreitebereich an der Halle – all das wurde realisiert, ohne zusätzlich Geldmengen zu bewegen. Milkau: „Wir haben ein Budget, mit dem wir auskommen müssen und wollen.“
Großer Preis von Volkswagen Finale Große Tour Int. Springprüfung mit Stechen (1.55 m) FEI - Art. 238.2.2 - CSI4* 1. Marco Kutscher (Hörstel), Allerdings, 0 SP/36.66 sec; 2. Marcus Ehning (Borken), Sabrina, 0/37.24; 3. Rolf-Göran Bengtsson (Breitenburg), Quintero la Silla, 0/37.60; 4. Daniel Neilson (Groß Britanien), Milena, 0/38.92; 5. Nina Braaten (Norwegen), Blue Loyd, 0/41.30; 6. Ludger Beerbaum (Hörstel), Gotha, 4/37.00;
Preis von Frau Madeleine Winter-Schulze Int. Grand Prix Kür 1. Hedda Droege (RSC Osnabrücker Land e.V.), Fifth Avenue, 75.775 Punkte; 2. Vicky Smits-Vanderhasselt (BEL), Daianira Van De Helle, 74.000 Punkte; 3. Patrik Kittel (RV Appelhülsen e.V.), Toy Story, 73.525 Punkte; 4. Jenny Schreven (NED), Krawall, 73.200 Punkte; 5. Hubertus Schmidt (Reiterverein Altenautal e.V.), Dark Diamond, 72.875 Punkte; 6. Heike Kemmer (RFV Isernhagen), Feleciano, 72.550 Punkte;
Quelle: Auszug aus Pressemitteilung von Comtainment GmbH, 13.03.2011

Braunschweig Löwen Classics. Bild: fh
Braunschweig Löwen Classics 2011: Promi-Trio aus Schleswig-Holstein gewinnt Deutsches Mannschaftschampionat
Schleswig-Holsteins „Prominenten-Trio“ hat erstmals das Deutsche Mannschaftschampionat Springen in der Braunschweiger Volkswagen Halle gewonnen: Die beiden Mannschafts-Weltmeister Carsten-Otto Nagel, Janne-Friederike Meyer und Nationenpreisreiter Jörg Naeve blieben in zwei Umläufen und im Stechen auf drei Holsteiner Pferden ohne Fehler und lieferten sich mit dem Team Baden-Württemberg buchstäblich ein „heißes Rennen“.
Holsteiner Siegermannschaft bei den Braunschweig Löwen Classics 2011. Bild: Karl-Heinz Frieler
Das immerhin hatte Jörg Naeve (Bovenau) anfangs noch gar nicht so verinnerlicht. „Ich bin ganz entspannt in den ersten Umlauf gegangen, aber dann stieg die Spannung doch deutlich an und da habe ich mir gesagt: So Jörg jetzt reiß dich mal zusammen,“ bekannte Naeve unumwunden in der Pressekonferenz. Mannschaft ist eben doch immer etwas anderes, als Einzelreiten – das unterstrich auch Janne Friederike Meyer (Schenefeld), die für das Team mit Chika`s Way ins Stechen der von der Braunschweigischen Landessparkasse präsentierten Prüfung ging.
Baden-Württembergs Abordnung lieferte in der Volkswagen Halle einen mehr als respektablen Auftritt und wurde Zweiter: Andreas und Niklas Krieg und Timo Beck blieben ohne Fehl und Tadel: Beck legte im Stechen mit dem Holsteiner Askaban eine strafpunktfreie Runde in 28,71 Sekunden vor, die Janne Friederike Meyer mit Chika`s Way unterbot.
Im Stechen der Mannschaftsweltmeisterin aus dem hohen Norden unterlegen: Timo Beck (Kehl/Baden-Württemberg). Bild: fh
Das Trio aus dem Norden gewann den Titel und drei wertvolle Pferdeanhänger, bescherte aber zudem auch dem Pferdesportverband Schleswig-Holstein einen hochwillkommenen Preis: Der Verband erhält für die kommenden Landesmeisterschaften in Bad Segeberg im September von der Firma German Horse Pellets die Ersteinstreu für 40 Gastboxen. Hinter den Baden-Württembergern belegte Mecklenburg-Vorpommern mit Heiko Schmidt, Thomas Kleis und Matthias Granzow Platz drei.
Quelle: Auszug aus Pressemitteilung von Comtainment GmbH, 10.03.2011
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Herpesviren schlummern fast überall
Landestrainer Fritz Pape über Wintertraining und tödliche Pferdeherpesfälle
Sieben tote Pferde sind in Baden-Württemberg diesen Winter zu beklagen. Allesamt verstorben an einer aggressiven Variante von Pferdeherpes. Die betroffenen Ställe liegen zwar nicht im Pferdesportkreis Nordschwarzwald, beunruhigt sind die Reiter dennoch. Die SÜDWEST PRESSE sprach mit Vielseitigkeitslandestrainer Fritz Pape. Der Pferdekenner aus Jettingen-Sindlingen erinnert daran, dass in fast allen Vierbeinern
ohnehin Herpesviren schlummern.
SÜDWEST PRESSE: Herr Pape, Pferdeherpesfälle scheinen im Land glücklicherweise abzuklingen. Aber
wie besorgt sind die Reiter in der Region noch?
Fritz Pape: Manche Hofbesitzer halten vorsichtshalber ihre Ställe zu. Und darin sehe ich das Problem, häufig wissen sie nicht einmal, wann wieder geöffnet werden soll. Im Internet steht, mittlerweile selbst von offizieller Seite, die Geschichte sei für beendet erklärt. Ob man das kann, weiß ich nicht. Aber auf alle Fälle wird es so verbreitet.
Müsste ein Reitverband oder Pferdesportkreis dies entscheiden oder sollte die Entscheidung bei jedem Stallbetreiber bleiben?
Die Entscheidung liegt sicherlich im Stall des Reiters. Und nur dort. Denn Pferdeherpes ist eine Einzelerkrankung, gegebenenfalls in einem Stall mehrere Pferde. Es ist keine Epidemie und auch nicht anzeigepflichtig. Zwar kümmert sich bei den Fällen dann der Pferdegesundheitsdienst um die Tiere, aber es werden flächendeckend keine größeren Maßnahmen ergriffen. Nur dort, wo eben ein Fall auftritt.
Ein erstes, kleineres Winterturnier des neuen Jahres, diesen Mittwoch auf der Anlage von Rüdiger Rau in Altensteig, kann also stattfinden?
Nach meiner Meinung kann das stattfinden. Wer ein krankes Pferd hat, egal mit welcher Erkrankung, wird ohnehin nicht starten. Man sollte nur mit einem gesunden Pferd zu einem Turnier fahren. Ferner ist davon auszugehen, dass Pferde, die an Turnieren starten, auch aus einem gesunden Bestand kommen. Das macht es im Winter in manchen Ställen eben schwieriger, im Sommer können kranke Pferde leichter auf einer Koppel von den restlichen Tieren getrennt werden.
Sie selbst geben zurzeit auf ihrer Sindlinger Anlage einen Lehrgang, mussten die Teilnehmer die Gesundheit der Pferde nachweisen?
Nein. Ich setze voraus, dass nur gesunde Pferde antreten. Handelt es sich um Verbandslehrgänge, dann kann gesagt werden: Nur regelmäßig geimpfte Pferde von Kaderleuten kommen auf die Straße, mit einem Pass der vollständig ausgefüllt ist. Während der Turniersaison werden die Pässe auch häufig kontrolliert. Ist ein Pass nicht in Ordnung, braucht der Turnierteilnehmer die Pferde gar nicht abzuladen und der Reiter kann vom Turnier direkt nach Hause fahren. Deshalb ist davon auszugehen, dass auch jetzt im Winter bei den Turnierreitern alles in Ordnung ist.
Wieso bricht Pferdeherpes meistens immer im Winter aus?
Die Saison wird immer länger. Ein zuerst erkranktes Pferd lief im November noch in der Stuttgarter Schleyerhalle. Ein Amateurpferd, das den stressigen Eindruck Schleyerhalle so nicht jedes Wochenende kannte. Gleichzeitig wird es dann kalt. Man macht daheim alle Fenster zu, damit die Pferde nicht frieren im Stall. Ein Trugschluss, besser sind meist offene Fenster und Frischluft.
Wie gestaltet sich die Winterpause Ihrer Pferde?
Wir trainieren sie ein bisschen runter, reiten im Winter weniger und die Pferde gehen mehr auf die Weide. Solange der Boden es zulässt, auch jetzt im Schnee kann man sie wunderbar herauslassen – das härtet ab, die Abwehrkräfte werden gestärkt.
Also lautet das Geheimrezept gegen Pferdeherpes möglichst oft auf die Koppel und viel frische Luft?
Pferdeherpes ist so eine Sache, das fliegt einem nicht zu. 85 Prozent tragen hierzulande angeblich Herpes in sich. Wer auf 85 Prozent kam, weiß ich nicht. In den USA geht man schon lange davon aus, dass 100 Prozent herpesinfiziert sind. Es trägt ja auch fast jeder Mensch in sich, hier und da gibt es verschiedene Verlaufsformen.
Vorausgesetzt die Pferde sind gesund, wann sollte das Training für die neue Saison beginnen?
Wir fangen Mitte Januar mit dem Regionalkader an und gleich anschließend folgen weitere Lehrgänge. Der Junioren- und Junge Reiter- Landeskader, das machen wir schon viele Jahre so, beginnt Ende Januar mit ersten Trainingseinheiten.
Könnte das traditionelle Auftaktturnier für Vielseitigkeitsreiter, die Sindlinger Hallenvielseitigkeit am ersten Februar-Wochenende auf ihrer Anlage, wegen Pferdeherpes noch ausfallen?
Das glaube ich nicht. Aber vorhersagen, ob dann akut in der Nähe irgendwas ist, das kann ich natürlich nicht. Dann müsste man da entsprechend drauf reagieren, aber wie gesagt: Reitsportler aus akut befallenen Beständen, die werden erst gar nicht aufs Turnier losfahren. So sensibilisiert sind die Reiter eigentlich. Und gesunde Pferde können sich auf einem Turnier ruhig treffen, da sollte ihnen nichts passieren.
Begrüßen Sie Anfang Februar als Turnierchef eigentlich den Altheimer Michael Jung?
Ich habe ihn die letzten Tage noch nicht gefragt, ob er kommt oder ob er nicht kommt. Der Papier- Nennungsschluss ist ja erst diese Woche und Internet-Nennungsschluss dann etwas später.
Oder ist Jung, da seit Oktober Deutschlands erster Vielseitigkeits- Weltmeister, nun nicht mehr bezahlbar?
Michael Jung ist mit allem auf dem Boden geblieben, er wird auch nach Kentucky auf dem Boden bleiben. Wenn der Termin ihm reinpasst und er nicht gleichzeitig irgendwo ein großes Turnier reiten muss, kann ich mir vorstellen, dass er kommt. Er war ja die ganzen Jahre sonst auch da. Ich werde ihn mal anrufen dieser Tage, ob er schon gemeldet hat bei mir. Grundsätzlich brauch ich ihm als Vielseitigkeitsweltmeister jetzt aber keine extra Einladung aussprechen, wenn er irgendwo anders verpflichtet ist, müssen wir eben ohne Michi reiten.
Bild: fh
Das Interview führte Frank Häusler
Quelle: SÜDWEST PRESSE Neckar-Chronik, Horb, 05.01.2011 /Autor: Frank Häusler
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Wiedersehen in Altheim: Sam ist zurück

Reitsport - Das an der Stallbox von Weltmeistersiegerpferd La Biosthetique Sam befestigte Plakat muss eigentlich um das Wort "wieder" ergänzt werden. Seit Anfang Oktober nämlich schon, kurz bevor der unter Michael Jung in Kentucky siegreiche Württemberger nach Altheim heimgekehrt war, sticht in den Altheimer Stallungen der in schwarzen und roten Buchstaben geschriebene Schriftzug "Hier wohnt der Weltmeister" sofort ins Auge.
Die vergangenen zehn Tage herrschte jedoch hinter den Gitterstäben gähnende Leere. Sams Verschwinden sorgte bundesweit für Schlagzeilen und verursachte zudem seit Mittwoch auf den Rängen der Stuttgart German Masters Diskussionen. Am späten Donnerstagabend hatte Sams kurioser, unangemeldeter "Urlaubsausflug" zu seiner Mehrheitsbesitzerin Sabine Kreuter in Stöttwang bei Kaufbeuren ein Ende - Sam ist zurück. In Empfang genommen wurde der hoch im Blut stehende Braune unter anderem von der neuen Altheimer Bereiterin Stefanie Seyberth. Denn Vielseitigkeitsweltmeister Michael Jung oder auch Pferdepflegerin Claudia Weber waren während seines Wiedereinzugs in Stuttgart zugange. "Wir sind natürlich heilfroh", meinte Joachim Jung, der Vater des 28-jährigen Reitsportlers, "dass Sam wieder hier ist." Das Tauziehen am Verhandlungstisch (Kreuter gehören 60 Prozent, den Jungs die restlichen 40) dürfte aber weitergehen. Insbesondere der baden-württembergischen Reitsportszene wäre natürlich am liebsten, auf das Plakat könnte nach erfolgreichen Gesprächen - "Hier wohnt der Weltmeister: Mindestens bis zu den Olympischen Spielen in London" - geschrieben werden. fh/GB-Foto: fh
(Quelle: GÄUBOTE / Text & Bild: Frank Häusler)